31.8.

Heute mache ich einen Ausflug nach Duino, um noch einmal den Rilkeweg zu gehen. Vor vielen Jahren bin ich ihn einmal anlässlich eines Ausfluges mit meinen lieben Lehrerkolleginnen gegangen. 

Das Schloss Duino ist heute im Besitz der Familie Thurn und Taxis und wird auch von ihr bewohnt. Ich besichtige das Schloss aber nicht.


Der Rilkeweg, ein Wanderweg von Duino nach Sistiana, ist nach Rainer Maria Rilke benannt. Der Lyriker schrieb während seiner Aufenthalte auf Schloss Duino die insgesamt zehn Duineser Elegien (Klagegedichte). Die Aussicht entlang des Weges ist wunderbar.


Erkennt man das Boot da unten?


Gemein, mein Zoom, stimmt’s?


Es geht noch näher. 😂 (Die beiden mögen mir verzeihen!)


Weitere Eindrücke vom Rilkeweg


Da es auf dem Weg zurück nach Triest liegt, besuche ich natürlich auch das Schloss Miramare, aber auch nur von außen.


Danach raste ich mich in Barcola Beach, dem Strand der Triestiner, aus. Beim Zurückfahren mache ich noch einen kurzen Abstecher zum Hafen.


Nach der feinen Dusche im Hotel knurrt der Magen. Jetzt freue ich mich auf eine buona cena italiana.

Am Abend gibt’s auf der Piazza scheinbar immer ein Unterhaltungsprogramm. Gestern waren es Stepptänzer, heute Trommler. 


Nächste Woche geht mit dem Feriende auch mein Freijahr zu Ende. Ich habe es in vollen Zügen genossen und das für mich Beste daraus gemacht. Das Blogschreiben war eine gute und geeignete Gelegenheit, das Erlebte festzuhalten. Es ist vor allem für mich sehr schön, immer wieder nachzulesen und die Erlebnisse aufzufrischen. Meinen treuen Begleitern danke ich herzlich für das wirkliche Interesse an meinen Aktivitäten. Es ist wohltuend zu wissen, dass es Menschen gibt, die sich mit anderen ehrlich mitfreuen können. Wohl habe ich auch die andere Seite kennengelernt, demonstratives Desinteresse, das ich als Neid auslege. 

Das regelmäßige Bloggen ist nun vorbei. Besondere Reisen und Aktivitäten werde ich jedoch weiterhin beschreiben . Ich wünsche mir vom Herzen, dass es mir gelingen möge, mich vom Arbeitsalltag nicht mehr so vereinnahmen zu lassen und das Vertrauen in mein Leben zu integrieren . Denn eines habe ich bei meinen Alleingängen gelernt: Es gibt immer irgendeinen Weg.

Mit folgender Weisheit möchte ich mein Freijahr beenden: 


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30.8.

Ich habe mich kurzerhand entschlossen, noch einmal für zwei Tage zu flüchten – per respirare la buona aria italiana. Vielleicht, nein hoffentlich, vergeht meine Verkühlung endlich!!! Nur zum Strandliegen steht mir im Moment nicht der Sinn, deshalb habe ich mich für Triest entschieden. Hier kann ich von allem ein bisschen haben. Ich habe mich im Hotel Post einquartiert. Nach dem Cappuccino – Wie soll man den Tag in Italien sonst beginnen? – schlendere ich erst einmal ziellos umher. 

Canal Grande

Statue von James Joyce (irischer Schriftsteller)


Mercato auf der Piazza Ponterosso:  So stellt man sich die österreichische Küche vor? Na Mahlzeit!


Der Kai Molo Audace


Piazza Unità d’Italia

Fontana dei Quattro Continenti

Parlamentsgebäude


Statue von Umberto Saba (italienischer Dichter und Schriftsteller)

Piazza San Giovanni mit der Statue Giuseppe Verdis. Ich erinnere mich daran, dass ich vor 32 Jahren 😱meine Hausarbeit in Musik über ihn geschrieben habe.

Teatro Romano di Trieste


Chiesa di Santa Maria Maggiore und Basilica di San Silvestro


Santa Maria Maggiore


San Giusto: Kathedrale von Triest


Castello di San Giusto

Eindrücke des Abensspazierganges:

Dreifaltigkeitskirche


Noch einmal am Markt


Ist da jemand von Weihnachten übrig geblieben?


Tramonto a Trieste – senza parole

23.8.

Nach der gestrigen Gewalttour wollen wir unseren dreitägigen Kurzurlaub mit einer leichten Runde auf den Wöllaner Nock beenden. Inge hat sich angekündigt und geht mit uns. Dass der Tag so chaotisch werden wird, wissen wir in der Früh noch nicht.

Ich habe mir aus meiner Alpenvereinsapp die “ aussichtsreiche Wöllanernock- Runde“ ausgesucht. Dafür müssen wir nach Arriach fahren und von dort angeblich Richtung Laastadt. Wir fragen im Zentrum von Arriach ein paar Frauen, die vor dem Geschäft stehen, ob dieser Weg der richtige sei. Sie nennen uns eine andere Variante, die angeblich schöner ist. Wir holen uns im Gemeindeamt eine Karte und fahren zum angegebenen Parkplatz. Dort stellen wir fest, dass diese Route (3 1/2 Stunden bis zum Gipfel) für unser heutiges Vorhaben zu lang ist. Also zurück ins Auto, nach Oberwöllan. Wir beschließen, die Mautstraße hinauf zu fahren. Bis wir losmarschieren, ist es bereits 12:00 Mittag. 

Vom Parkplatz geht es zuerst zum vorderen Wöllaner Nock (2090m). 


Der Weg verläuft dann über eine weite Senke Richtung Norden zum Hauptgipfel des Wöllaner Nocks (2145m).


Dieser ist recht bevölkert. Kein Wunder, es führt die Kaiserburgbahn von Bad Kleinkirchheim fast bis zum Gipfel. Wir steigen über die Walder Hütte bis zur Geigerhütte ab, wo wir eine Rast einlegen und uns stärken. Zum Auto zurück ist es ca. ein Kilometer aufwärts. Das hat für heute genau gepasst. 

Die Mautstraße wieder hinunter nach Arriach – eh klar! Dann Richtung Afritz – sind wir diesen Weg beim Herfahren gefahren? Gerdas und mein Orientierungssinn schlägt uns wieder einmal ein Schnippchen und leitet uns in die Irre, welch eine Schande! Inge folgt uns nicht mehr, wie recht sie hat. Wir können über unsere Orientierungslosigkeit herzlich lachen.😂😂😂 In Afritz treffen wir uns wieder und suchen den Afritzer See. Ich glaube schon, total verwirrt zu sein, als ich längst durch Afritz gefahren bin, aber weit und breit kein See zu sehen ist. Nach ein/zwei Kilometern finden wir doch hin, Gott sei Dank.


Jetzt haben wir uns aber einen Eiskaffee verdient! Es ist nichts los beim See, zwei Kellnerinnen bereiten unsere Kaffees zu. Das Ganze dauert ewig. Endlich! Genüsslich kosten wir vom Sahnehäubchen – sauer, verdorben! Man sieht es an Gerdas Gesichtsausdruck.


Eiskaffee retour! Wieder eine Ewigkeit, bis die nächsten Kaffees den Weg zu unserem Tisch finden. Ein Wahnsinn, so ein Arbeitstempo kennt man eigentlich nur von Afrika, nicht von Österreich. Was soll’s, wir haben ja Urlaub.

Die Fahrt nach Hause verläuft reibungslos und ohne Probleme, wir finden gleich den Weg. 😂

Ich komme in Möderndorf an und sehe, dass in meinem Auto außer meinen Bergschuhen noch ein anderes Paar liegt. Gerdas oder Inges? Inge schreibt mir: Für die letzte Lachnummer am heutigen Tag habe ich gesorgt. Stimmt nicht, die geht doch auf mich. Ich merke beim Auspacken, dass ich meinen Kindle E-Reader im Hotelzimmer vergessen habe! Dazu nur mehr ein Kommentar: Frauen im Wechsel 😂😂😂. 

22.8.

Was wir uns gestern vorgenommen haben, wollen wir heute verwirklichen. Vom Verditz bis zum Mirnock sind es lange 12 km und über 1000 hm und wir wollen das alles auch zurück marschieren, obwohl es von der Kohlweißhütte unter dem Mirnock ein Taxiservice gibt. 

Wir starten kurz vor 9:00 Uhr und gehen, wir gestern, zum Schwarzsee. Heute sind wir ein bisschen flotter unterwegs.


Das Wetter ist perfekt, die Temperatur angenehm und wir sind alleine auf weiter Flur. Weit im Hintergrund – der Mirnock.


Falsch! Doch nicht ganz allein.


Der Weg vom Schwarzsee zum Palnock ist leicht zu gehen, er ist breit und flach. Das Gipfelkreuz des Palnocks – sehr originell – da hat jemand scheinbar das Wandern aufgegeben und seine Schuhe nicht an den Nagel, sondern ans Gipfelkreuz gehängt. Wir haben einen wunderbaren Ausblick auf den Millstättersee.


Kurze Verschnaufpause beim steinernen Mandl, zu dem wir wieder absteigen.


Es ist noch weit bis zum Mirnock und wir marschieren ständig auf und ab. Nach knapp 4 Stunden Gehzeit haben wir unser Ziel erreicht, wir stehen am Mirnock. Immer wieder im Blickfeld: der Millstättersee.


Wir rasten nicht sehr lange, denn wir haben noch einen langen Rückweg zu bewältigen. Diese bequeme Holzbank lädt uns trotzdem zum kurzen Verweilen ein. 


Hau ruck!


Wir nehmen den Weg über den Rindernock. Auch dieser Nock hat ein originelles Gipfelkreuz, errichtet von der Wandergruppe “ Prost Schatzi“. 🍻

Die „Weiblbonk“ ist die eindeutig bessere. 


Nach ca 2 Stunden 40 erreichen wir schon die Schwarzsee Hütte und haben uns jetzt wirklich eine ausgiebige  Pause mit Kaffee und Kaiserschmarren verdient.


Zurück zu unserer Unterkunft sind es jetzt noch 50 Minuten. Insgesamt waren wir heute 9 Stunden unterwegs. 

Tourdaten: 24 km, 1123 hm im Auf- und Abstieg, 7 1/2 Stunden Gehzeit.

Nicht schlecht, würd ich sagen. 👣👣👣

21.8.

Die voraussichtlich letzte Aktion meines Freijahres hätten eigentlich drei weitere Etappen des AAT werden sollen. Gestern wollte ich die Unterkünfte reservieren, leider war schon für die erste Nacht kein Zimmer zu bekommen. Gerda und ich riskieren nicht, ohne Reservierung auf gut Glück loszumarschieren. Noch am Abend reservieren wir über Booking.com ein Zimmer in einem urigen Bikerhotel in Verditz. Von hier aus kann man zahlreiche Wanderungen in die Nockberge unternehmen. 

Die zwei alten Tanten im hippen Blue Mountain Hotel, wie cool 😎.


Für den heutigen Nachmittag haben wir uns zum Eingehen den etwa dreistündigen Schwarzseerundweg vorgenommen, der sich als ideal dafür herausgestellt hat. 

die Schwarzseehütte auf 1800 m 



Bis zum Schwarzsee, der eigentlich nur eine größere Lacke ist, sind es nur ein paar Minuten.


wunderbare Aussicht durch den Bilderrahmen


Das Abendessen – natürlich bikermäßig: 🍔 mit 🍻 (aber alkoholfrei)


Für morgen haben wir eine sehr lange Tour – rund 8 Stunden – auf den Mirnock geplant. Schau ma amol 🤓.

15.6.

Vorerst ist das meine letzte Etappe. Vielleicht werde ich im Sommer noch die eine oder andere dranhängen. Einen Eindruck vom AAT habe ich auf jeden Fall gewonnen.

In der Früh verspricht das Wetter gut zu werden. Ich gehe, wie üblich, gegen halb 9 weg. Der Beschreibung in meinem Buch nach wird das heute ein langer Hatscher. Der Abstieg ist mit 23 km, 584 hm aufwärts, 1796 hm abwärts und 7:30 Stunden angegeben. Na servus, und das bei der Hitze! Da ich gestern schon eine halbe Stunde vorweggenommen habe, wird es schon nicht so schlimm werden. 

Ich starte zuversichtlich und überschreite gleich am Anfang den nächsten Nock, den Kamplnock.


Eigentlich muss ich die gesamte Millstätter Alpe überschreiten. Je weiter hinauf ich gelange, desto dichter wird der Nebel. Zum Glück ist der Weg breit und gut erkennbar. 


Leider habe ich keinerlei Sicht ins Tal.


Durch das Granattor hat man bei schönem Wetter eine wunderbare Sicht. Heute präsentiert es sich so:


Dieses Foto habe ich mir aus dem Internet ausgeborgt.


Immer wieder reißt der Nebel auf und es ist sonnig und warm, wie hier am Lammersdorfer Berg.  Dann zieht es sofort wieder zu.


Diese Seite der Millstätter Alpe ist sehr bevölkert, hier treffe ich viele Wanderer. Sie ist auch wirklich ein schönes, nicht zu steiles Wandergebiet mit vielen kleinen Attraktionen.


Auch hier finde ich sehr schöne Fotomotive.

Und immer wieder habe ich den See vor Augen.


Ich steige ab über die Lammersdorfer Hütte, das Wetterkreuz Jufen und den Matzelsdorfer Berg, das Christopheruskreuz … Der Abstieg nimmt kein Ende! 


Ich habe Anna ursprünglich für 13:00 Uhr bestellt, verschiebe meine Ankunft aber auf 14:00. Unter mir sehe ich den Ort Matzelsdorf und noch viel weiter unten Döbriach, mein eigentliches Ziel.


Das geht sich nicht einmal bis 14:00 Uhr aus. Ich bin seit 5 1/2 Stunden unterwegs mit nur kurzen Trinkpausen. Anna ist bereits in Döbriach und ich bitte sie, nach Matzelsdorf zu kommen und mich dort abzuholen. Ich habe bei dieser Hitze keine Lust mehr, noch eine weitere Stunde – wahrscheinlich auf Asphalt – abwärts zu gehen. Wir treffen uns in der Wallfahrtskirche St.Maria zu Matzelsdorf. Dieser Platz ist ohnehin ein schönerer Abschluss meiner Tour.

Meine Bilanz der elf Tage: 

186,4 Kilometer / 7856 hm im Aufstieg / 8335 hm im Abstieg / ~54 Stunden Gehzeit

Meine Meinung zum AAT: Er ist streckenweise sehr schön geführt und meistens sehr gut markiert, besonders im Mölltaler Teil. Was mir weniger zusagt ist, dass man immer wieder ins Tal absteigen muss, um nächsten Tag wieder aufzusteigen. Ich persönlich bevorzuge es, in der Höhe zu bleiben und dort entlang zu gehen. Die relativ vielen Asphaltstrecken sind für mich auch nicht ideal. Trotzdem werde ich sicher noch einige Etappen des AAT in Angriff nehmen, man kann ja das, was einem nicht gefällt, vermeiden. Für Nicht-Kärntner ist es sicher interessant, Orte wie Seeboden, Gmünd … zu besuchen und dort eventuell einen Rasttag einzulegen. Alles in allem – eine gelungene Wanderung!